Schleifmittel · 2 Min. Lesezeit
Wand, Rigips und Spachtel schleifen: welche Körnung?
Gipsspachtel mit P120 und P180, Grate auf glattem Putz mit P80 bis P120 – den Karton nie anschleifen. Und wie es staubarm geht, mit Maschine oder von Hand.
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Welche Körnung für welchen Untergrund
Gipsspachtel auf Rigips-Fugen ist weich: P120 nimmt Grate und Kellenansätze ab, P180 macht die Fläche streichfertig. Feiner bringt unter Wandfarbe nichts – die Farbe deckt das Schliffbild.
Glatten Putz schleifst du nur dort, wo Grate oder Spachtelreste stehen, mit P80 bis P120. Struktur- und Rauputz werden nicht geschliffen, sonst ist die Struktur weg. Fest haftende Wandfarbe braucht vor dem Neuanstrich keinen Schliff; Farbnasen nimmst du mit P120 ab.
Den Karton nicht anschleifen
Gipskarton hat eine Oberfläche aus Karton. Schleifst du durch den Spachtel hinein, raut er auf, und die Fasern stehen unter der Farbe ab. Deshalb nur den Spachtel schleifen, mit wenig Druck und flach geführt. Ist der Karton doch angeraut: grundieren und dünn überspachteln, nicht weiterschleifen. Wer dünn spachtelt, muss weniger schleifen – und erwischt den Karton seltener.
Schleifpapier, das sich nicht zusetzt
Gipsstaub ist sehr fein und setzt normales Schleifpapier schnell zu – es gleitet dann nur noch über die Fläche. Schleifnetz bleibt offen, weil der Staub durch das Gewebe abgesaugt wird; für den Exzenter gibt es das Netz als Scheibe (PRO NET 150). Von Hand nimmst du den Handschleifblock mit Klett-Streifen: Der lange Block überbrückt kleine Dellen, und am Absauganschluss nimmt ein Sauger den Staub direkt ab.
Mit Maschine oder von Hand
Für einzelne Fugen reicht der Handblock. Auf großen Flächen spart ein Exzenter mit Absaugung viel Arbeit: mittlere Drehzahl, flach aufsetzen, ohne Druck führen. Kippt er auf die Kante, schleift er eine Mulde in den weichen Spachtel.
Für ganze Räume und Decken gibt es Langhals- oder Trockenbauschleifer („Giraffe“) mit meist 225 mm großem Schleifkopf. Diese Maschinen und ihre Scheiben führt KORNDEX nicht; wer gelegentlich spachtelt, kommt mit Exzenter und Handblock aus.
Wand schleifen ohne Staub
Ganz staubfrei geht es nicht, aber staubarm: Absaugung an Maschine oder Block, dazu ein Sauger der Staubklasse L oder M – Gipsstaub setzt den Filter eines Haushaltsstaubsaugers schnell zu und geht teils hindurch. Boden abdecken, Türen mit Folie abkleben, lüften. Was trotzdem aufsteigt, hält eine FFP2-Maske zurück.
Häufige Fragen
Wie sehe ich, ob die Wand eben genug ist?
Mit Streiflicht: eine Lampe flach an die Wand halten. Grate, Dellen und Kellenansätze werfen dann Schatten, die bei normalem Licht nicht auffallen – unter der Farbe aber genauso aussehen. Fugen zusätzlich mit der flachen Hand abtasten.
Muss ich gespachtelte Stellen vor dem Streichen grundieren?
Ja. Spachtel saugt anders als Karton und Putz; ohne Grundierung zeichnen sich Fugen und Ausbesserungen in der Wandfarbe als matte oder glänzende Flecken ab. Vorher den Schleifstaub gründlich abfegen oder absaugen.
Kann ich Gipsspachtel nass schleifen?
Nicht mit Schleifpapier. Kleine Grate an frischem Spachtel lassen sich aber mit einem feuchten Schwamm glätten – das staubt nicht, ersetzt auf größeren Flächen jedoch nicht den Schliff.
Fachbegriffe in diesem Artikel
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