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Auto & Lack · 2 Min. Lesezeit

Welche Körnung für Autolack?

Vom Spachtel bis zum Finish: die Körnungsfolge für eine Reparaturlackierung – und warum kein Schritt übersprungen wird.

Stand: · erschienen

Kurzantwort: die Körnungsfolge

  1. P80→
  2. P120→
  3. P180→
  4. P240→
  5. P320→
  6. P400→
  7. P600
Klarlack wird nass mit dem Schleifpad von Hand geschliffen

Die Reihenfolge entscheidet

Autolack wird nicht mit einer Körnung geschliffen, sondern mit einer Folge. Jede Stufe entfernt die Riefen der vorigen; wer eine Stufe überspringt, sieht die groben Kratzer später durch den Klarlack. Faustregel: nie mehr als eine Verdopplung, also von P80 auf P120 oder P150, nicht auf P240.

Für eine typische Reparatur: P80 den Spachtel in Form bringen, P120 und P180 die Übergänge ausziehen, P240 vor dem Füller. Den Füller mit P320 und P400 glätten, den Altlack mit P400 bis P600 anschleifen, damit der neue Lack haftet.

Klarlack: Lackfehler und Finish

Staubeinschlüsse und Läufer im Klarlack kommen mit P1500 bis P2000 heraus, nass und mit wenig Druck – zuerst punktuell auf dem Handblock, dann die Fläche mit P2000 auf dem weichen Schaumpad egalisieren (wer P3000 hat, verkürzt die Politur weiter). Danach polieren: Die Kratzer sind so fein, dass die Politur sie herausholt.

Welches Schleifmittel

Für Spachtel und Übergänge die Papierscheibe (PRO CUT), für Füller die Netzscheibe (PRO NET) – sie setzt sich im Staub nicht zu. Für Decklack, Klarlack und alles ab P600 die Folienscheibe (PRO FILM) oder das Schaumpad (SOFT FINISH): planer Träger, gleichmäßiges Bild, auch nass.

Maschine, Hub und Teller

Für Spachtel und Füller der Exzenter mit etwa 5 mm Hub und hartem oder mittlerem Teller – er hält die Fläche eben. Ab P400 und für den Klarlack einen kleinen Hub oder dieselbe Maschine mit niedriger Drehzahl und weichem Interface Pad, damit die Scheibe Wölbungen folgt und keine Kanten durchschleift.

Immer mit Absaugung: Der Staub zwischen Scheibe und Lack rollt sonst mit und hinterlässt Kringel, die erst nach dem Lackieren auffallen.

Die häufigsten Fehler

Zu viel Druck: Die Scheibe dreht dann kaum noch frei, schleift Kringel und wird heiß. Das Eigengewicht der Maschine und eine führende Hand reichen.

Zugesetzte Scheiben zu lange fahren: Sie schleifen nicht mehr, sondern polieren und verschmieren – und einzelne Klumpen ziehen Riefen. Lieber früher wechseln.

Ohne Kontrolle weitergehen: Vor jedem Wechsel zur feineren Körnung Kontrollpulver auftragen und so lange schleifen, bis es überall weg ist. Was dann noch dunkel bleibt, ist eine Delle oder eine Riefe der Vorstufe.

Häufige Fragen

Kann ich Stufen in der Körnungsfolge überspringen?

Ein Sprung bis etwa zur doppelten Körnung geht (P240 → P400). Größere Sprünge lassen Riefen der Vorstufe stehen, die man erst unter dem Lack sieht.

Wie viele Scheiben brauche ich für eine Motorhaube?

Grob gerechnet je Körnung zwei bis drei Scheiben 150 mm – mit Absaugung und Netzschleifmittel eher weniger, bei zugesetztem Füller mehr.

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